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26.04.2010
Ein weiterer interessanter Abend im Rahmen des 850-jährigen Dorfjubiläums konnte am Mittwoch im Ledder Dorfgemeinschaftshaus erlebt werden. Die Ledder Geschichte wird auch wesentlich vom Vortragsthema „Steinkohlen- und Erzbergbau im Tecklenburger Land“ berührt.
Karl-Heinz Zimmermann begrüßte die Gäste im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus und insbesondere den Vortragenden des Abends, Herr Hans Röhrs, der als Bergbauingenieur und Steiger nahezu 30 Jahre im Ibbenbürener Steinkohlenbergbau tätig war. Er präsentierte sich in prächtiger Bergmannsuniform. Mit seinem Lichtbildervortrag erklärte er exzellent und spannend die 450-jährige Geschichte des Bergbaus.
Mit einfachsten Methoden und nur unter Einsatz der menschlichen und tierischen Muskelkraft wurde damals die Kohle aus zunächst geringer Tiefe im Untertage und Tagebau gewonnen. Das war aus abgelichteten Funktionsprinzipskizzen der damaligen Fördereinrichtungen zu erkennen.
Außer dem Kohleabbau ist mit fortschreitender Industriealisierung zu Ende des 19. Jahrhunderts auch mit dem Abbau von Eisen-, Zink- und Bleierzen begonnen worden. Der Permer Stollen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Das Mundloch dieses Stollens liegt in der Bauernschaft Osterledde. Von hier aus erfolgte der weitere Transport des Erzes mit der normalspurigen Perm-Bahn über Hasbergen zur Georgsmarienhütte. Im Jahre 1926 wurde dann der Erzgrubenbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Heute haben nur noch die Fledermäuse einen Zugang zu diesem unterirdischen Tunnelsystem im östlichen Schafberg.
Völlig anders verlief die Entwicklung im Kohleabbau, berichtete Hans Röhrs. Zur Gewinnung der hochwertigen Anthrazitkohle wurden die Schächte und Stollen inzwischen bis zu einer Tiefe von 1550 m ausgebaut. Modernste Bergbautechnik entwickelte sich in Ibbenbüren. Als revolutionärste Neuerung gilt der Kohlenhobel, der in Ibbenbüren erfundenen und erstmalig 1942 eingesetzt wurde. Und so können heute täglich 6.000 t Kohle aus der Teufe geholt werden, die danach zum größten Teil im benachbarten Kraftwerk zur Stromerzeugung verwendet wird.Aufmerksam folgten die Zuschauer diesem Bildervortrag auch deswegen, weil einige von ihnen ihre ehemaligen Kumpel auf der Leinwand wiedererkannten.
Wilhelm Osterhaus erzählte dann noch einige Dönkes aus seiner Bergarbeiterzeit und beschenkte das Dorfgemeinschaftshaus mit einer massiven Silhouette eines Bergmanns.
Zum Schluss des Abends verschaffte eine ölbetriebene Grubenlampe mit ihrem spärlichen Licht die besondere Atmosphäre. Karl-Heinz Zimmermann bedankte sich beim Referenten mit einer Flasche „Ledder Dorfgeist“ und lud unter Gitarrenbegleitung zum Mitsingen des beim Publikum gut bekannten Steigerliedes ein:
Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt …
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