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Ledde auf dem Weg zum Energiedorf
-grü- Tecklenburg-Ledde.
Die Sitzgelegenheiten wurden knapp am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus in Ledde. Über 100 interessierte Bürger waren gekommen, um sich aus erster Hand informieren zu lassen über die Möglichkeiten, demnächst die Gas- und Ölheizung abzustellen und sich stattdessen über ein Nahwärmenetz von der „Bioenergie Tecklenburg“ mit Heizenergie aus erneuerbaren Energien versorgen zu lassen.„Schön, dass die Hütte voll ist“, freuten sich Friedel Wilde (Bioenergie Tecklenburg), Bürgermeister Wilfried Brönstrup, Thomas Köhler (Regionalmanager Leaderprogramm) und Ingenieur Matthias Partetzke (Energienetzwerk Weser-Ems).„Das Leaderprogramm hat sich auf die Fahnen geschrieben, regionale Netzwerke zu stärken und das Tecklenburger Land zu einer Energieregion zu entwickeln. Da ist das Ledder Projekt wunderbar aufgehoben“, machte Thomas Köhler deutlich.Bürgermeister Brönstrup betonte die uneingeschränkte Unterstützung der Stadt Tecklenburg für das Projekt, das Ingenieur Partetzke im Einzelnen in einem faktenreichen Vortrag vorstellte: Steigenden Öl- und Gaspreisen stellte Partetzke die Möglichkeit gegenüber, die Abwärme, die tagtäglich beim Betrieb der Biogasanlage der Bioenergie Tecklenburg anfällt, zum preiswerten Heizen für Häuser und öffentliche Gebäude in Ledde zu nutzen. „Wir bauen ein sechs Kilometer langes Rohrleitungsnetz, das die Wärme ohne große Verluste bis in die Häuser transportiert mit einer Technik, die schon seit vielen Jahren erprobt ist“, so Partetzke.Mit spitzem Bleistift rechnete er vor, dass jeder Hausanschluss an das Biogas-Nahwärmenetz in Ledde unter Einrechnung aller Fördermittel noch etwa 4000 Euro kostet. Dieser Betrag kann aus Eigenmitteln der Hausbesitzer oder über ein Bankdarlehen finanziert werden. Im Durchschnitt muss dann jeder Haushalt mit Heizkosten von rund 1200 Euro jährlich rechnen, eine deutliche Ersparnis gegenüber der konventionellen Heizung mit Öl und Gas. Dazu, so der Referent, kommt der Klimaschutzaspekt: Geheizt wird mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Eingespart werden könnten in Ledde pro Jahr rund 600 000 Kilogramm klimaschädliches Kohlendioxid.„Das Ganze funktioniert aber nur, wenn möglichst viele mitmachen“, fand Partetzke deutliche Worte. Über 90 Ledder Bürger hatten zwar schon im Vorfeld ihr Interesse an einem Nahwärmeanschluss bekundet. „Wir brauchen aber, um wirtschaftlich arbeiten zu können, rund 125 Abnehmer“, so Partetzke.Alle Häuser, die an das Wärmenetz angeschlossen werden sollen, werden zuvor energetisch „auf Herz und Nieren“ überprüft, um ein genaues Bild zu erhalten, wie groß der Wärmebedarf sein wird. „Diese Untersuchung ist in den Anschlusskosten schon enthalten“, erklärte Partetzke. Das Nahwärmenetz wird dann entsprechend ausgelegt. „Ein späterer Anschluss ist deshalb eigentlich im Grundsatz ausgeschlossen. Wer sich für die Nahwärme interessiert, sollte sich jetzt entscheiden.“Partner des Energielieferanten Bioenergie Tecklenburg wird eine Genossenschaft, in der alle Bürger Mitglied werden müssen, die das Nahwärmenetz nutzen möchten, in der aber auch weitere Bürger willkommen sind, die sich für das Thema „Energiedorf Ledde“ allgemein interessieren.Wer garantiert dafür, dass immer genügend Abwärme von der Biogasanlage zur Versorgung des Nahwärmenetzes zur Verfügung steht? Ist auch in kalten Wintern die Versorgungssichterheit gewährleistet? In einer lebhaften Diskussion wurden die Fragen der Ledder Bürger beantwortet und viele ließen sich überzeugen: Mehr als 40 weitere Unterschriften zählte Hartmut Brackmeyer von der IG Ledde am Ende der Veranstaltung.Wie geht es weiter auf dem Weg zum Nahwärmenetz in Ledde? „In den nächsten Wochen muss die Genossenschaft gegründet werden, dann wird umgehend mit den Planungen begonnen“, so Partetzke, der sich zuversichtlich zeigte, dass das Projekt „Nahwärmenetz Ledde“ zeitnah realisiert werden kann. „Ledde kann zu einem Vorzeigeort werden, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht.“Zufriedene Gesichter auch bei Friedel Wilde und Hartmut Brackmeyer. „Es muss doch möglich sein, ein Dorf wie Ledde ganz unabhängig zu machen und nur mit erneuerbaren Energien zu versorgen“, sagte Friedel Wilde und Hartmut Brackmeyer, der sich vorstellen kann, dass das Nahwärmenetz der Einstieg sein kann, auch Solarenergie in Ledde stärker zu nutzen, hatte schon einen Vorschlag für den Genossenschafts-Namen: „Energiedorf Ledde“.
Freitag, 23. Januar 2009 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Tecklenburg
Jetzt wird es langsam ernst
Tecklenburg-Ledde -
Die Nahwärmeversorgung in Ledde scheint zum Greifen nahe zu sein: Auf reichlich Resonanz ist der zweite Informationsabend mit der Interessengemeinschaft (IG) Ledde bei Folsche am Donnerstagabend gestoßen. Über 100 Ledderaner hörten sich an, was mit der reichlich vorhandenen Abwärme des Biogas-Motors der Anlage bei Friedel Wilde geschehen könnte.IG-Vorsitzender Hartmut Brackemeyer eröffnete die Veranstaltung im „Dorf mit Zukunft“ und wies schon im Vorfeld auf den „Vorbildeffekt“ für Ledde hin, der mit so einem Projekt erreicht werden könne. Ein inzwischen gegründeter zwölfköpfiger Arbeitskreis der IG wurde vorgestellt. Er wird das Projekt vorübergehend, bis zur Gründung einer Genossenschaft der Wärmebezieher, fördern. Die Idee „Nahwärmeversorgung aus regenerativer Energie“ soll nämlich genossenschaftlich umgesetzt werden. Dazu erklärte Christoph Gottwald (Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband) Grundprinzipien und Vorteile dieser Gesellschaftsform. Mit noch mehr Interesse verfolgten die Ledderaner den Vortrag von Matthias Partetzke vom EnergieNetzwerk Weser-Ems, der die Technik vorstellte. Wesentliches Kriterium zur Realisierbarkeit: die erreichbare Versorgungsdichte. Für Ledde heißt das: Mindestens 125 Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern im Ortskern müssen anschließen.Um die Akzeptanz abzufragen, hatte die IG eine Absichtserklärung vorbereitet. Viele Formulare wurden Donnerstagabend unterschrieben - auch von Bürgermeister Brönstrup, der darüber nachdenkt, Nahwärme auch für die öffentlichen Gebäude in Ledde (Schule, Turnhalle, Feuerwehr) zu nutzen. Wilfried Brönstrup wies nochmals auf die Unterstützung der Stadt fürs Projekt hin.» Im März müssen weitere Entscheidungen getroffen werden. Die IG bittet deswegen dringend um Beachtung des spätesten Rückgabetermines der Absichtserklärungen am 5. März. Weitere Formulare liegen in der Sparkasse Ledde und bei Walter Melcher, Tulpenweg 11. Der Vortrag von Partetzke ist im Internet auf der Homepage von Ledde unter www.Ledde.de zu finden.
Samstag, 21. Februar 2009 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Tecklenburg)
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